Was man beim Kauf von Lkw-Reifen beachten muss

Foto: Europäische Kommission (ec.europa.eu)
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Wäre es nicht schön, wenn man schon vor dem Kauf wüsste, wie wirtschaftlich ein Lkw-Reifen ist? Schließlich ist rund ein Drittel des Kraftstoffverbrauchs beim Lkw auf den Rollwiderstand der Reifen zurückzuführen. Glücklicherweise gibt es das EU-Reifenlabel, das anhand drei Kriterien darüber Aufschluss gibt, was ein Reifen leistet. Bewertet werden Energieeffizienz, Abrollgeräusch und Nasshaftung, jeweils farblich und numerisch abgestuft von Grün bis Rot, von A bis G. Die Energieeffizienz eines Reifens wird durch das Tankstellensymbol bewertet – je weniger Rollwiderstand, desto geringer der Kraftstoffverbrauch, desto besser die Klassifizierung. Bei einem komplett mit Reifen der Klasse A bestückten Lkw lassen sich bis zu 15 Prozent Kraftstoff sparen gegenüber einem Lkw mit Reifen der Energieeffizienz-Klasse F.

Weitere Kriterien bei Lkw-Reifen: Nasshaftung und Geräuschemission

Foto: Europäische Kommission (ec.europa.eu)
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Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Nasshaftung, dargestellt durch das Wolken- und Regen-Symbol. Je besser ein Reifen hier eingestuft ist, desto früher kommt der Lkw beim Bremsen auf nasser Fahrbahn zum Stehen. Mit guten Lkw-Reifen der Klasse A kann der Bremsweg bei Nässe bis zu 30 Prozent kürzer sein als mit Reifen der Klasse F.

Foto: Europäische Kommission (ec.europa.eu)
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Das dritte von der EU festgelegte Kriterium betrifft das Abrollgeräusch eines Reifens. Je lauter der Lkw-Reifen, desto schlechter seine Bewertung.

Ein Lautsprecher-Symbol mit drei Schallwellen und einer Dezibel-Angabe (dB) verdeutlicht die Lärmbelastung. Eine einzelne schwarze Welle zeigt den niedrigsten Lärmpegel an, die Geräuschemission liegt drei Dezibel unter dem künftigen Grenzwert.

Obwohl Lkw-Reifen heutzutage hochentwickelte Produkte sind, gibt es derzeit kaum Reifen, die in allen drei Kategorien gleich gut abschneiden. Ein Reifen mit sehr geringem Rollwiderstand kann nicht gleichzeitig perfekte Nasshaftung bieten. Dennoch bietet das EU-Label eine gute Möglichkeit, die wichtigsten Eigenschaften eines Lkw-Reifens auf einen Blick zu erkennen.

Schwächen des EU-Reifenlabels

Foto: Europäische Kommission (ec.europa.eu)
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Leider hat das Reifenlabel auch Schwächen. Zum einen sind die Testmethoden bei allen Reifen gleich, auch bei Winterreifen, die für einen ganz anderen Zweck konzipiert ist, als etwa ein laufleistungsoptimierter Trailerreifen.

Zum anderen werden viele andere Eigenschaften eines Reifens nicht bewertet. Verletzungsresistenz, Komfort, Traktion im Gelände, Selbstreinigung oder das Reifengewicht sind Kriterien, auf die das Label nicht eingeht, die je nach Einsatzgebiet aber durchaus wichtig sind. Ein Lkw im Baustellenverkehr benötigt Reifen mit guter Traktion und Selbstreinigung, hier kommt es weniger auf die Energieeffizienz an. Bei einem Reisebus legen die Betreiber dagegen mehr Wert auf Komfort. Über all diese Kriterien, die das EU-Reifenlabel nicht abdeckt, weiß der Reifenhändler Bescheid und berät den Kunden hinsichtlich des Einsatzzwecks.

Wenn Sie sich für gebrauchte Reifen interessieren, gibt es hier einige Tipps für den Kauf.

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