Der beste Weg zum gebrauchten Stadtbus

Der beste Weg zum gebrauchten Stadtbus
Foto: ETM

Einen gebrauchten Stadtbus zu kaufen, kann eine knifflige Angelegenheit werden. Pauschale Aussagen sind gerade beim Thema Stadtbus kaum zu treffen, denn: „Jeder Kunde hat ganz spezielle Anforderungen an das Fahrzeug und die Ausstattung“, sagt Norbert Quirin. Er ist Experte in Sachen Gebrauchtkauf von Bussen und handelt seit Jahren mit Bussen aller Art.

Wer für sein Unternehmen nach einem Gelenkbus sucht, hat schlechte Karten: „Junge Gelenkbusse gibt es fast nicht auf dem Markt, und die alten lassen sich schlecht verkaufen“, so der Bus-Experte. Oft hängt das mit Förderverträgen zusammen, die Busse bis zu acht Jahre lang an ein Unternehmen binden. Vorher dürfen sie nicht verkauft werden, danach haben sie meist hohe Laufleistungen.

Selten zu haben: Stadtbus mit Gasantrieb

Laut Quirin sollte man ab einer Laufleistung von rund 600.000 Kilometern beim Gebrauchtkauf genauer hinsehen. Ab dieser Laufleistung sei mit erhöhtem Verschleiß zu rechnen, welcher aber auch vom Einsatzzweck abhängt. Allerdings: Stadtbusse mit deutlich über 600.000 Kilometern können schon wieder in besserem Zustand sein, wenn nach und nach viele Teile ersetzt worden sind. Käufer lassen sich vor dem Stadtbus-Kauf alle Dokumente, Wartungsnachweise und Prüfprotokolle zeigen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Von fast neu bis ziemlich alt finden sich bei Bussen alle Altersklassen auf dem Markt. In der Regel kommen Kunden zum Käufer mit konkreten Vorgaben, die der Stadtbus erfüllen muss. Meist sollen die Fahrzeuge nicht viel älter sein als sechs bis acht Jahre. Doch selbst zwölf Jahre alte Stadtbusse finden Abnehmer – wenn der Preis stimmt.

Beim Antrieb geht nichts über den klassischen Dieselmotor, Busse mit Gasantrieb seien kaum gefragt und verkaufen sich nur schleppend. Beim Getriebe finden sich nahezu ausschließlich Automatikgetriebe, da sie im Stadtverkehr deutlich komfortabler sind. Nur sehr alte Stadtbusse verfügen noch über manuelle Schaltgetriebe. Bei Reisebussen sieht es anders aus: dort sind Schaltgetriebe weit verbreitet.

Stadtbus mit gelber Plakette? Kein Problem!

Erstaunlicherweise lassen sich in Deutschland sogar noch Stadtbusse ohne grüne Umweltplakette verkaufen. „Im Saarland beispielsweise gibt es gar keine Umweltzonen und auch in vielen anderen Städten und Bundesländern noch nicht. Das wird sich in Zukunft sicher ändern, aber derzeit kann man mancherorts problemlos noch einen Stadtbus mit gelber Plakette fahren“, so der Experte.

In Sachen Ausstattung kommt es auf den Verwendungszweck an. „Manche Kunden verzichten bewusst auf eine Klimaanlage, weil sie zusätzlich drei bis vier Liter Sprit auf hundert Kilometer verbraucht. Andere legen Wert auf eine bestimmte Anordnung der Sitze, wieder andere wollen mehr Stehplätze haben – jeder Käufer hat andere Anforderungen“, berichtet Norbert Quirin.

Ähnlich wie bei Lkw gilt auch im Bushandel derzeit, dass Exporte eher schlecht laufen. Sowohl in Ost- als auch in Südeuropa stockt der Absatz massiv.

Autor: ETM-Verlag

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