Lkw-Export nach Russland gerät ins Stocken

Lkw-Export nach Russland gerät ins Stocken
Foto: Auto-Medienportal.Net/MAN

Die Firma Truckexport Dieter Klein aus Oberhonnefeld-Gierend ist seit mehr als 20 Jahren im Export-Geschäft und hat langjährige Erfahrung mit dem Lkw-Export nach Russland. Allerdings sei das Russland-Geschäft mit gebrauchten Lkw in letzter Zeit stark zurückgegangen. „Das liegt zum einen am schwachen Rubel. Vor einem Jahr hat ein Euro rund 40 Rubel gekostet – mittlerweile sind es über 50 Rubel, ein Verlust von über 20 Prozent!“, sagt Elena Esau, die Russland-Expertin der Firma. Für Gebrauchtfahrzeughändler aus Russland bedeutet das, dass Lkw aus Deutschland in den letzten 12 Monaten rund 20 Prozent teurer geworden sind.

Diesen Trend bestätigen auch die Zahlen von TruckScout24: Wurden noch im Dezember 2013 mehr als 180.000 Suchanfragen von russischen Interessenten für Lkw gezählt und zudem über 60.000 Suchanfragen nach Sattelzugmaschinen registriert, waren es Stand 21. März 2014 nur noch 70.000 Suchanfragen bei Lkw und etwas mehr als 36.000 bei Sattelzugmaschinen. Selbst hochgerechnet auf den Gesamtmonat ergibt sich somit ein deutliches Minus im Vergleich zum vergangenen Dezember.

Russische Händler müssen hohe Gebühren für Importfahrzeuge zahlen

Zusätzlich erschwert die sogenannte Abwrackgebühr den Handel mit Gebrauchtfahrzeugen: Für jedes importierte Fahrzeug muss der russische Händler hohe Gebühren zahlen. All das hat den Handel mit gebrauchten Lkw stark eingeschränkt. „Früher sind die Händler sogar aus Sibirien angereist, um Fahrzeuge abzuholen. Heute geht fast gar nichts mehr, lediglich aus der Gegend um Moskau kommen noch ab und zu Anfragen“, heißt es bei Truckexport Klein.

Bei den verbleibenden Anfragen sind hauptsächlich Fahrzeuge mit festen Aufbauten gewünscht. Ein Kofferaufbau sei deutlich sicherer als ein Planenauflieger, bei denen es hin und wieder zu Diebstählen durch die Plane kommt. Auch Baufahrzeuge wie Kipper und Allrad-Zugmaschinen seien beliebt. Wenn es ums Getriebe geht, werden Schaltgetriebe bevorzugt, vermutlich weil sie im Schadensfalle in Russland leichter zu reparieren sind als Automatikgetriebe.

Beim Fahrzeugalter setzten russische Ankäufer in der Vergangenheit immer öfter auf vergleichsweise junge Fahrzeuge. „Nicht jünger als drei Jahre, aber auch nicht viel älter als sechs Jahre waren die meisten Lkw, die wir nach Russland verkauft haben“, sagt die Expertin von Truckexport Klein. Die Zeiten, in denen uralte Lkw nach Russland abgestoßen wurden, sind anscheinend vorbei. Natürlich gebe es Ausnahmen und auch Fahrzeuge mit deutlich über einer Million Kilometer werden verkauft – wenn der Preis stimmt. Eine gewisse Nachfrage gebe es laut Truckexport Klein nach 7,5-Tonnern mit größerem Fahrerhaus und Schlafplätzen. Transporter hingegen werden nicht mehr gekauft, seit im Sommer 2013 auf Kleintransporter mit einem Gewicht zwischen 2,8 und 3,5 Tonnen ein Strafzoll in Höhe von rund 30 Prozent zusätzlich zum Regelzollsatz erhoben wurde.

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Dokumente für den Lkw-Export nach Russland

An Dokumenten werden für den Verkauf nach Russland lediglich die Fahrzeugpapiere, eine Rechnung und Zollkennzeichen benötigt. Die Ausfuhrerklärung beim Zoll kann mittlerweile online ausgefüllt werden. Es ist übrigens nicht nötig, die Dokumente ins Russische zu übersetzen. Um die Zoll-Angelegenheiten in Russland kümmert sich der Käufer.

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